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Natscha Hoffmeister3 Minuten Lesezeit

Digitale Souveränität in der Kundenkommunikation

Digitale Souveränität in der Kundenkommunikation
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Warum Entscheidungsfreiheit zum Erfolgsfaktor im Kundenservice wird

Geopolitische Unsicherheiten, steigende Kundenerwartungenund wachsende regulatorische Anforderungen verändern die Rahmenbedingungen imKundenservice spürbar. Für viele Organisationen stellt sich dabei eine zentraleFrage: Wie lässt sich moderne, effiziente Kundenkommunikation gestalten, ohnedabei die Kontrolle über Prozesse, Kosten und Daten zu verlieren?

In diesem Zusammenhang gewinnt der Begriff der digitalenSouveränität stark an Bedeutung. Was zunächst nach einem abstrakten IT-Themaklingt, hat in der Praxis unmittelbare Auswirkungen auf den Arbeitsalltag imKundenservice – von der Steuerbarkeit der Kanäle über die Anpassungsfähigkeitvon Prozessen bis hin zur langfristigen Planbarkeit von Kosten und Ressourcen.

Was bedeutet digitaleSouveränität – und warum betrifft sie den Kundenservice?

Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit einerOrganisation, digitale Systeme und Services selbstbestimmt, sicher undunabhängig zu gestalten und zu betreiben – ohne in kritische Abhängigkeiten voneinzelnen Anbietern oder externen Rahmenbedingungen zu geraten.

Für den Kundenservice bedeutet das vor allem eines:

Entscheidungen über Prozesse, Kanäle, Automatisierung undBetrieb dürfen nicht durch technische oder vertragliche Zwänge eingeschränktwerden.

Digitale Souveränität umfasst dabei mehrere Dimensionen:

  • Rechtliche Souveränität (z. B. Datenschutz,Aufsicht, Nachvollziehbarkeit)
  • Technologische Souveränität (Wahlfreiheit beiPlattformen und Integrationen)
  • Operative Souveränität (Steuerbarkeit imlaufenden Betrieb)
  • Wechselfähigkeit (Anbieter oder Betriebsmodellewechseln können)

Gerade für Kundenservice-Organisationen in reguliertenBranchen – etwa Versicherungen, Finanzdienstleister, Energieversorger oder denöffentlichen Sektor – wird diese Entscheidungsfreiheit zunehmend zumstrategischen Erfolgsfaktor.

These 1: Digitale Souveränität beginnt mit Wahlfreiheit –auch im Kundenservice

Viele Unternehmen setzen heute auf cloudbasierteKundenservicelösungen, häufig von internationalen Anbietern. Diese Modellebieten Skalierbarkeit und Geschwindigkeit, bringen jedoch auch neueAbhängigkeiten mit sich: etwa durch langfristige Vertragsbindungen,eingeschränkte Anpassungsmöglichkeiten oder steigende Kosten bei wachsenderNutzung.

Für Serviceverantwortliche zeigt sich ein „Vendor-Lock-in“häufig weniger in technischen Grenzen als in eingeschränkten Entscheidungs- undGestaltungsspielräumen im Alltag.

  • Anpassungen an Prozesse dauern länger als geplant
  • neue Kanäle oder Automatisierungen sind nureingeschränkt möglich
  • Kostenentwicklungen lassen sich schwerprognostizieren

Digitale Souveränität bedeutet hier, Wahlfreiheit zubehalten:

Kundenservice-Lösungen sollten unabhängig davonfunktionieren, ob sie in der Cloud, hybrid oder im eigenen Rechenzentrumbetrieben werden – und diese Entscheidung sollte sich bei Bedarf ändern lassen,ohne dass Prozesse neu aufgebaut werden müssen.

Denn: „Nur wer dieWahl hat, bleibt langfristig handlungsfähig.“

These 2: DigitaleSouveränität entscheidet darüber, ob Kundenservice auch in geopolitischenKrisen handlungsfähig bleibt

Geopolitische Entwicklungen, Handelskonflikte oderregulatorische Entscheidungen einzelner Staaten können unmittelbareAuswirkungen auf den Betrieb digitaler Kundenservicelösungen haben - insbesonderedann, wenn zentrale Systeme oder Daten von Anbietern außerhalb Europasbetrieben werden.

 

Für Kundenservice-Organisationen entstehen daraus Risiken,die im Alltag oft unterschätzt werden: eingeschränkter Datenzugriff, veränderteNutzungsbedingungen oder Abhängigkeiten von Entscheidungen, die außerhalb deseigenen Einflussbereichs liegen.

Digitale Souveränität bedeutet in diesem Zusammenhang, denBetrieb der  Kundenkommunikation so zu gestalten, dass er auch unter verändertengeopolitischen Rahmenbedingungen kontrollierbar bleibt. Entscheidend ist dabeinicht allein die Technik, sondern die bewusste Betriebsentscheidung: WerWahlfreiheit beim Hosting und klare Betreiberhoheit besitzt, reduziertstrategische Risiken deutlich.

Ein hoher Grad digitaler Souveränität sorgt dafür, dassKundenservice-Organisationen auch in politisch oder wirtschaftlich unsicherenZeiten handlungsfähig bleiben – ohne kurzfristige Abhängigkeiten odererzwungene Strukturänderungen.

Denn: „Wer die Kontrolle über den Betrieb hat, bleibt auch in geopolitisch unsicheren Zeiten entscheidungsfähig.“

These 3: Operative Souveränität entsteht durch Transparenz, Rückholbarkeit und Compliance

Regulatorische Anforderungen wie DSGVO oder DORA verlangenvon Unternehmen, ausgelagerte IT-Systeme jederzeit nachvollziehen, bewerten und– wenn nötig – zurückführen zu können. Für Kundenservice-Organisationen sinddiese Vorgaben weniger eine juristische Pflicht als vielmehr eine operativeAbsicherung.

Transparente Prozesse, dokumentierte Abläufe und klardefinierte Verantwortlichkeiten sorgen dafür, dass:

  • Serviceprozesse kontrollierbar bleiben
  • Risiken frühzeitig erkannt werden
  • externe Abhängigkeiten nicht zur Blackbox werden

Eine souveräne Kundenservicelösung unterstützt dieseAnforderungen, indem sie vollständig dokumentiert, auditierbar und bei Bedarfauch im eigenen Betrieb einsetzbar ist. Das erleichtert nicht nur dieEinhaltung von Vorgaben, sondern stärkt auch das Vertrauen von Kunden undAufsichtsbehörden.

Denn: „Compliance darf kein Nachteil sein – machenSie sie zum Wettbewerbsvorteil.“

These 4: Offene Plattformarchitekturen stärken dieZukunftsfähigkeit

Kundenservice entwickelt sich kontinuierlich weiter: neueKanäle, neue Automatisierungsansätze, neue Erwartungen. Proprietäre Plattformenmit geschlossenen Ökosystemen können diese Entwicklung bremsen, da sieIntegration, Erweiterung und Innovation erschweren.

Eine offene Plattformarchitektur bietet dagegen klareVorteile:

  • einfache Anbindung von CRM-, ERP- oderArchivsystemen
  • flexible Integration von KI-, Analyse- oderAutomatisierungsmodulen
  • Best-of-Breed-Ansätze statt technologischerAbhängigkeit

Für Serviceverantwortliche bedeutet das: DieKundenkommunikation kann Schritt für Schritt weiterentwickelt werden, ohnebestehende Strukturen zu gefährden oder komplett neu aufzusetzen.

Denn: „Souveränist, wer seine Plattform selbst gestalten kann.“

These 5: Kostenkontrolle ist Teil digitaler Souveränität

Steigende Cloud-Kosten, unvorhersehbare Lizenzmodelle oderkostenintensive Migrationen erschweren die langfristige Planung imKundenservice. Gleichzeitig tragen Serviceorganisationen zunehmendMitverantwortung für Wirtschaftlichkeit und Effizienz.

Digitale Souveränität schafft hier Transparenz:

  • klare, planbare Kostenstrukturen

  • Vergleichbarkeit unterschiedlicherBetriebsmodelle

  • Vermeidung teurer Abhängigkeiten

     

Wer die Kontrolle über Betrieb und Skalierung behält, kannKosten aktiv steuern – statt nur auf Rechnungen zu reagieren.

Denn: „Wirtschaftlichkeitbeginnt mit Entscheidungsfreiheit“

Fazit: Digitale Souveränität macht den Kundenservicehandlungsfähig

Digitale Souveränität ist kein Selbstzweck und kein reinesIT-Thema. Sie ist eine strategische Voraussetzung für stabilen, flexiblen undzukunftsfähigen Kundenservice.

Organisationen, die ihre Kundenkommunikation souverängestalten, profitieren von:

  • größerer Entscheidungsfreiheit
  • besserer Krisenfestigkeit
  • planbaren Kosten
  • höherer Anpassungsfähigkeit an neueAnforderungen

Eine gute Lösung vereint all dies. Damit wird digitale Souveränität zu einemechten Erfolgsfaktor im Kundenservice – nicht als technisches Ideal, sondernals Grundlage für Qualität, Verlässlichkeit und nachhaltige Weiterentwicklung.

 

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Natscha Hoffmeister

… leitet die Sikom Software GmbH seit 2018 als Geschäftsführerin in zweiter Generation. In dieser Funktion verantwortet sie die Bereich Strategie, Finanzen, HR, Projektmanagement und Vertrieb. Davor war sie viele Jahre in leitenden Funktionen bei einer der führenden deutschen Firmenkundenbanken.

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