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Identitätsdynamik & Vertrauen: Warum Zugang heute wichtiger ist als Wissen
Anika Tannebaum2 Minuten Lesezeit

Warum Customer Experience ohne Vertrauen scheitert: Ein Leadership-Perspektivwechsel

Warum Customer Experience ohne Vertrauen scheitert: Ein Leadership-Perspektivwechsel
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Customer Experience wird in vielen Organisationen noch immer primär als Prozessdisziplin

behandelt: Touchpoints optimieren, Journeys glätten, Kennzahlen verbessern. Was dabei

regelmäßig unterbelichtet bleibt, ist die Führungsdimension – die Frage, wie

CX-Verantwortliche selbst arbeiten, lernen und Vertrauen im Unternehmen aufbauen. Genau

dieser Perspektivwechsel stand im Zentrum von Folge 4 des Podcasts CX on the Rocks by

AA Unmuted, in der CX-Expertin und Keynote-Speakerin Anika Tannebaum gemeinsam

mit ihrer Co-Hostin Annika Schmidt genau dieser Frage nachgeht.

Der blinde Fleck vieler CX-Strategien

CX-Transformation wird häufig als Summe einzelner Initiativen verstanden: neues CRM,

überarbeitete Prozesse, geschultes Serviceteam. Was dabei oft fehlt, ist die Erkenntnis,

dass nachhaltige Service Culture nicht allein durch Tools entsteht, sondern durch

Führungskräfte, die selbst im Austausch mit Peers stehen, Fehler offenlegen und Wissen

teilen, statt es zu horten. Wer CX-Verantwortung isoliert trägt, verliert genau den Zugang zu

Erfahrungswissen, der Transformation beschleunigen würde.

Die Datenlage: Warum das Thema jetzt drängt

Zwei aktuelle Kennzahlen unterstreichen die Dringlichkeit:

● Der Gallup Engagement Index Deutschland zeigt, dass rund 77% der Beschäftigten

nur eine geringe emotionale Bindung an ihr Unternehmen haben – ein deutlicher

Anstieg gegenüber 41% vor zwei Jahren. Die wirtschaftliche Folge:

Produktivitätsverluste im dreistelligen Milliardenbereich.

● Das Edelman Trust Barometer 2025 bestätigt einen parallelen Vertrauensverlust

gegenüber Institutionen, Marken und offiziellen Kommunikationskanälen.Für CX-Verantwortliche bedeutet das: Vertrauen ist kein weiches Nebenkriterium mehr,

sondern eine harte Kennzahl mit direktem Bezug zu Produktivität, Kundenbindung und

Reputation.

Drei Führungsebenen für nachhaltige Service Culture

Lernen. Service Culture entwickelt sich nicht linear aus Best-Practice-Dokumenten, sondern

im direkten fachlichen Austausch mit anderen Verantwortlichen, die vergleichbare

Herausforderungen bereits durchlaufen haben. Aus Best Practice wird so gemeinsames

Best Thinking.

Sichtbarkeit. Führungskräfte, die ihre CX-Arbeit intern und extern sichtbar machen – auch

mit ehrlichem Blick auf das, was nicht funktioniert hat –

, schaffen Orientierung für ihr Team

und Glaubwürdigkeit nach außen.

Vertrauen. Vertrauen entsteht nicht durch einzelne Kampagnen, sondern durch Kontinuität

und Konsistenz über Zeit. Für CX-Leader ist das die eigentliche Königsdisziplin: Teams,

Kund:innen und Stakeholder folgen nicht Prozessen, sondern Menschen, denen sie

vertrauen.

Die Kundenbeziehung endet nicht am Point of Sale

Viele Organisationen denken Kundenbeziehung noch immer transaktional: Kauf, Problem,

Lösung. Ein Leadership-Ansatz für Customer Experience denkt die Beziehung als

kontinuierlichen Prozess – die eigentliche Bindung entsteht erst nach dem Kauf, im Umgang

mit Erwartungen, Enttäuschungen und wiederkehrendem Kontakt. Das gilt spiegelbildlich

nach innen: Mitarbeitende, die sich als Teil einer Kultur statt als Ausführende eines

Prozesses erleben, tragen diese Haltung in den Kundenkontakt.

Fazit für CX-Entscheider

Service Culture lässt sich nicht allein über KPIs steuern. Sie braucht Führungskräfte, die

Lernen, Sichtbarkeit und Vertrauen aktiv gestalten – auch über die eigene Organisation

hinaus. Wer als CX-Verantwortliche:r nachhaltige Wirkung erzielen will, sollte gezielt in

fachlichen Austausch, Peer-Netzwerke und eigene Sichtbarkeit investieren, statt

Transformation im Alleingang zu versuchen.

 

Dieser Artikel basiert auf Folge 4 des Podcasts CX on the Rocks by AA Unmuted, im

Gespräch: Anika Tannebaum und Annika Schmidt. Anika Tannebaum ist internationale

Keynote-Speakerin und Expertin für Customer Experience, Service Culture und Leadership.

Mehr zu ihrer Arbeit und aktuellen Impulsen: anika-tannebaum.com

 

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Anika Tannebaum

... ist eine gefragte TOP Expertin und Speakerin für gelungenen Customer Service, Kundenzentrierung sowie moderne Führung. Mit über 20 Jahren internationaler Erfahrung in hochkarätigen Leadership-Positionen und ihrer unverwechselbaren, mitreißenden Art berät die Vollblut-Optimistin Führungskräfte und High Potentials. Anika begleitet Start-ups, erfolgreiche Mittelstandsunternehmen und schnell wachsende Milliarden-Unternehmen (Unicorns) dabei, ihre Servicestrategie zu optimieren, Kundenerlebnisse zu schaffen und den Customer Service zu skalieren und für die Zukunft aufzustellen.

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